Alarmanlagen

Elektrische Einbruchmeldeanlagen diesen der Früherkennung eines Einbruchs, der Auslösung eines Alarms, seiner Weiterleitung an die hilfsbereite Stelle und der psychologischen Abschreckung des Täters. Zusätzlich erschweren mechanische Einbruchsicherungen an Fenstern, Türen etc. dem Einbrecher den Einstieg. Die Sicherungsanlagen müssen auf das Objekt zugeschnitten und speziell geplant sein.
Alarmanlagen werden aus Eigeninitiative oder aufgrund einer Auflage der Versicherung installiert. Sie können auch gemietet oder geleast werden. Grundsätzlich wird eine Einbruchmeldeanlage (EMA), unabhängig, ob sie aus versicherungstechnischen oder privaten Gründen angeschafft wird, an der Zahl der Fehlalarme gemessen. Jeder Fehlalarm bestärkt die Meinung der Nachbarschaft bei einer erneuten Alarmierung, dass wieder ein Fehlalarm vorliegt.
Um sicherzustellen, dass Sie selbst keine Fehlalarme beim Betreten des Hauses durch die Haus- oder eine Nebentür auslösen, muss auf die „bauliche Zwangsläufigkeit“ geachtet werden. Sie bewirkt, dass man das Haus erst nach Ausschalten der Anlage betreten kann.

Installation aufgrund einer Versicherungsauflage
Bei einer Installation aufgrund von Versicherungsauflagen muss sowohl die Alarmanlage als auch der Installateur die Anerkennung des Schweizerischen Sachversicherungsverbandes (SSV) haben, um sicherzustellen, dass die Anlage von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft akzeptiert wird.

Klassifizierung von Einbruchmeldeanlagen

  • Kategorie N
    Anlagen der Kategorie N sind auf Täterschaft mit geringem technischem Wissen ausgerichtet. Diese Täter wenden meist nur einfachste brachiale Methoden an, um Alarmanlagen ausser Betrieb zu setzen.
  • Kategorie 1
    Anlagen dieser Kategorie sind auf Täterschaft mit einfachem technischem Wissen und geringen Kenntnissen über Alarmtechnik ausgerichtet. Der Täter ist aber dennoch imstande, offensichtliche Schwachpunkte einer Alarmanlage anzugehen und die ganze EMA wirkungslos zu machen.
  • Kategorie 2
    Anlagen der Kategorie 2 sind auf eine Täterschaft mit guten technischen Kenntnissen über die Alarmtechnik ausgerichtet.
    Der Täter ist imstande, mit geeigneten technischen Mitteln und raffinierten Methoden eine EMA bei ihren typischen Schwachstellen anzugreifen und wirkungslos zu machen.
  • Kategorie 3
    Anlagen der Kategorie 3 sind auf Täterschaft mit weitgehend technischen Kenntnissen und viel spezifischem Detailwissen über Alarmtechnik ausgerichtet.

 

Der Täter bereitet seine Aktion gut vor und ist imstande, die EMA mit raffinierten technischen Hilfsmitteln professionell anzugreifen und wirkungslos zu machen. Die Anforderungen an die vier Anlagekategorien sind in den Richtlinien für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen festgehalten (EMA-Richtlinien). Herausgeberin ist die Fachkommission für Einbruchmeldeanlagen und Schutzsysteme (FES). Drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der SSV eine Anlage anerkennt:

  • Die Anlage muss durch eine geprüfte und anerkannte Firma erfolgen.
  • Es müssen geprüfte und anerkannte Geräte verwendet werden.
  • Bei der Installation müssen technische und funktionelle Minimalanforderungen eingehalten werden.

 

Installation aufgrund von Eigeninitiative

Bei einer Absicherung aus Eigeninitiative können andere Systeme, z.B. Funkalarmanlagen, zum Einsatz kommen, die einfach – nahezu ohne Kabelverlegung – zu installieren sind.
Die Meldekomponenten sind batterieversorgt, alle netzgebundene Komponenten haben einen Akku als Notstromversorgung. Der Zustand der Batterien und Akkus wird regelmässig überwacht, Störsender werden erkannt (Fremdfunkträgererkennung).

Die Aussenhautsicherung
überwacht elektrisch alle Einstiegstellen, die von eindringenden Personen – trotz vorhandener mechanischer Sicherungen – überwunden werden können.

  • Fenster, Türen. Lichtkuppeln
    werden auf unbefugtes Öffnenund Glasbruch überwacht. Mehrscheibenfenster bzw. mehrere Fenster in einem Raum können bei Bedarf mit einem Melder auf Glasbruch überwacht werden (akustisches Prinzip).
  • Haustüren
    erhalten neben der Überwachung der geschlossenen Tür auch eine Kontrolle des Türschosses.
  • Wände und Decken
    werden mit Körperschallmeldern versehen, die auf typische Einbruchgeräusche reagieren. Voraussetzung ist, dass Wände und Decken den Körperschall gut leiten. Alarmtapeten überwachen z.B. in Räumen mit Kunstgegenständen tapezierte Flächen: Wird die Fläche durchbrochen, zerreisen die Drähte, die in die tapete eingearbeitet sind, und lösen so den Alarm aus.
  • Glasflächen
    können Verbundsicherheitsglas mit eingelegtem Draht erhalten, der bei Bruch einen Alarm auslöst.
  • Videokameras
    überwachen zusätzlich Eingänge und Gelände.

 

Die Innenraumsicherung

löst einen Alarm aus, sobald sich in der von einem Bewegungsmelder überwachten Zone Personen bewegen.

  • Die Einzelobjektsicherung
    überwacht durch spezielle Melder Kunstgegenstände, Geldschränke etc. Sie tritt nur in Aktion, wenn das Objekt (z.B. das Gemälde) selber angegriffen wird bzw. wenn sich jemand dem Objekt nähert.
  • Der Überfall-Notrufmelder
    bietet in Kombination mit o.a. Anlagen die Möglichkeit der Alarmauslösung im Notfall. Handtaster werden neben der Haustür und an zweiter Stelle, z.B. neben dem Nachttisch, angeordnet.

 

Die Freigeländesicherung

löst einen Alarm aus, sobald sich in dem überwachten Aussengelände Personen bewegen. Eine Zaunsicherung meldet das Übersteigen und Durchschneiden des Zaunes. Eine weitflächige Raumbeobachtung kann durch eine Videokamera erfolgen.

 

Alarmierungsarten

  • Stiller Alarm
    automatische Alarmweiterleitung mit einem Wahl- und Übertragungsgerät an einen Sicherheits-Service, an eine Bewachungsfirma, an den Besitzer, den Nachbarn oder evtl. die Polizei über das öffentliche Telefonnetz (die Übertragungssicherheit ist begrenzt). Der Einbrecher merkt nicht, dass er Alarm ausgelöst hat. Bei der stillen Alarmerweiterleitung werden Gespräche, die auf derselben Leitung geführt werden, unabhängig, ob ein- oder ausgehend, unterbrochen. Trotzdem ist anzuraten, eine Zweitnummer zu beantragen, die nicht ins Telefonbuch eingetragen wird, damit niemand von aussen versuchen kann, die stille Alarmierung zu verhindern.
  • Örtlicher Alarm
    erfolgt durch optische und akustische Alarmmeldung an die Nachbarschaft zur Informationsweitergabe und psychologischen Abschreckung der Täter. Durch Hupen, Sirenen, Glocken, Rundumleuchten, Blinkleuchten, Aussenbeleuchtungseinschaltung werden die Einbrecher überrascht.
    Die Montage der Alarmgeber erfolgt an möglichst unzugänglichen Stellen in witterungsfester Ausführung (2x akustisch, 1x optisch).

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