Licht und Leuchten

Licht und Schatten
Licht macht Raum erst sichtbar, mit den Augen erfassbar. Für Architekten ist das Spiel mit Licht und Schatten, mit Helligkeit und Düsterkeit ein zentrales Thema ihrer Entwurfsarbeit. Dabei ist der Umgang mit dem natürlichen Tageslicht oft naheliegender als der Umgang mit künstlichem Licht. Vielleicht spielt es kulturgeschichtlich eine Rolle, dass das elektrische Licht eine relativ junge Erscheinung ist. Viele abweisend wirkende Wohnungen sind manchmal einfach ungeschickt beleuchtet.

Licht ist weniger als Leuchten
Ein Kapitalfehler bei der Planung der Beleuchtung ist über „Leuchten“ respektive Lampen zu reden statt über das „Licht“. Form und Material der Leuchten sowie deren Design sind zwar das Erste, das wir – der Werbung und Wohnreportagen wegen – wahrnehmen. Für die Beleuchtung sind diese äussere Erscheinungen meistens irrelevant.

Leuchten respektive Lampen
denen aufgrund ihres Designs die Qualität als Beleuchtungskörper anzusehen ist, sind selten. Die einwandfreie Beurteilung einer Leuchte ist nur im Betrieb – und mit Vorteil am Einsatzort – möglich. In einem guten Beleuchtungsgeschäft sind Leuchten betriebsbereit. Oft ist es möglich, eine Auswahl zur Probe mitzunehmen. Ausgangspunkt der Beleuchtung eines Hauses oder einer Wohnung ist die damit beabsichtigte Lichtstimmung oder auch die Stimmungen; denn wie ein Bereich mehrere Funktionen beinhalten kann, können mehrere Lichtstimmungen parallel eingerichtet werden. Grundsätzlich kann zwischen allgemeiner Grundbeleuchtung und spezifischer Funktions- und Effektbeleuchtung unterschieden werden.

Grundbeleuchtung
Diese hat die Aufgabe, den Raum optisch zu erfassen zu machen, zu ermöglichen, dass man sich zurechtfindet und einfache Tätigkeiten ausüben kann. Dies kann man mit gleichmässigem, eher diffusem Licht, wobei die Diffusion oft indirekt, über eine Reflexionsfläche (Decke, Wand) erreicht wird. Die notwendige Beleuchtungsstärke ist, je nach Tageszeit und Tätigkeit, so unterschiedlich, dass es sich lohnt, einen Helligkeitsregler (Dimmer) vorzuschalten. Gleichmässig und eher hell beleuchtete Räume erlauben zwar an jedem Ort jede Tätigkeit auszuüben, was für einen Arbeitsraum richtig sein kann. Sie wirken aber spannungslos und langweilig. In der Wohnung ist es sicher angenehmer, eine zurückhaltende Allgemeinbeleuchtung anzuordnen und darauf funktionsspezifische Akzente zu setzen (zum Lesen, über einen Tisch, auf ein Bild oder eine Skulptur gerichtet etc.).
Das ausgewogene Spiel mit Grund- und Akzentbeleuchtung, die Veränderbarkeit er Stimmung, die Anpassbarkeit der Helligkeit machen eine gekonnte Beleuchtung aus, für die leuchten nur Mittel, nie Zweck sind.

 

Verschiedene Typen von Leuchten und Lampen

Wand- und Deckenleuchten
verteilen von einem vorzubestimmenden Punkt ihr Licht diffus oder direkt.

Tisch- oder Ständerleuchten
können, dank ihrer Beweglichkeit, unabhängig von einer speziellen Installation für die Beleuchtung eingesetzt werden. Dabei ist die Leichtigkeit des gerätes, die möglichst allseitige Richtbarkeit des Reflektors oft von Vorteil.

Spotleuchten
sind als „Evergreens“ aus den Siebzigerjahren, wie der Name sagt, Punktleuchten, die sowohl als Decken-, Wand- oder Stehleuchten angeboten werden. Ihr modischer Nachfolger sind die

Niedervoltleuchten
Diese kommen mit vorteilhaft kleinen Leuchtmitteln aus, benötigen jedoch immer einen Transformer.  Eine weitere Unterscheidung der Leuchten kann anhand der eingesetzten Leuchtmittel, volkstümlich „Birnen“ genannt, erfolgen. Dabei gibt es drei Hauptgruppen: Glühlampen, Fluoreszenzlampen und Entladungslampen.

Glühlampen
erzeugen Licht, in dem ein Widerstand zum Glühen gebracht wird. Dabei werden nur ca. 10% der Energie zu Licht. der Rest verpufft meist als Wärme. Zu dieser Kategorie gehören neben dn bekannten „Birnen“ mit Edison-Schraubsockel auch die Halogenlampen. Glühlampen lassen sich am einfachsten dimmen, und die Grösse des Leuchtmittels ist weniger anhängig von dessen Leistung.

Fluoreszenzlampen (FL-Lampen)
Diese, wie auch die Hochdruck-Entladungslampen, erzeugen ihr licht durch komplexe technische Vorgänge. Sie brauchen in Bezug auf ihre Leuchtkraft nur einen Bruchteil der Energie einer Glühlampe. Die Fluoreszenzlampe, welche im Volksmund als „Neonröhre“ bezeichnet wird, ist allgemein bekannt. Obwohl sie meist als als Röhrenform verwendet wird, gibt es sie auch als Ringleuchte, und es wird schon lange kein Neon-Gas mehr verwendet.

Kompaktlampen
Die sinnvollste technische Neuerung im Lampensektor sind sicher die aus der FL-Technikweiterentwickelten PL-Lampen oder Kompaktlampen. Anfänglich durch das fahle Licht und den falschen Einsatz in ungeeigneten Leuchten in Misskredit geraten, lässt sich ihre Verbreiterung heute nicht mehr wegdenken.
Die völlig andere Charakteristik von Lichtverteilung, Lampenform und technische Ausrüstung bedingen neue, andere Leuchten, die zeitgemäss Entwerfer und Hersteller in immer vielfältigerer Form anbieten. Darüber hinaus stehen, analog zur FL-Lampe, heute auch verschiedene Lichtfarben zur Auswahl.

Hochdruck-Entladungslampen
(Kurzbezeichnung: HQI, HGI etc.)
Dabei handelt es sich um eine professionelle Beleuchtung, welche für die Beleuchtung von Strassen, Stadien etc. eingesetzt wird. Im Innenraum werden Hochdruck-Entladungslampen nur für Arbeitsbereiche verwendet, wo sie dank ihrer enormen Leuchtkraft als Indirektbeleuchtung hervorragendes Licht bieten.
Der grösste Nachteil aller Entladungslampen ist jedoch die Tatsache, dass die Veränderung der Helligkeit sehr teuer und nur mit grossem Aufwand zu erreichen ist.
Im privaten Bereich ist sie praktisch nur über die Anzahl der eingeschalteten Lampen möglich. Darüber hinaus ist die Helligkeit der einzelnen Lampe von der Grösse abhängig. Ein Wechsel durch Einsetzen einer stärkeren oder schwächeren Lampe ist demnach nicht möglich.

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